Robinienholz

Robinienholz ist das Material, aus dem wir Träume gestalten. Es sind phantastische Inszenierungen, aber auch der Natur des Holzes folgend, einfache Strukturen, Spielplatzgeräte oder Skulpturen.

Robinie (Robinia pseudoacacia L.)
Kurzzeichen nach DIN 4076, Teil 1: ROB

Handelsnamen:
Robinie, Falsche Akazie, Gemeiner Schotendorn (D), robinier (F), false acacia (GB), black locust, yellow locust (USA), robinia (NL, I), ak t (CS), bagrem, robinija (YU), salcam (RO), akacja biala (PL) …

Geographische Verbreitung und waldbauliche Bedeutung:

Die Robinie kommt ursprünglich aus Nordamerika. Sie verdankt ihren Namen dem Gärtner Jean Robin, der als Hofgärtner in Paris den Baum Anfang des 17. Jahrhunderts nach Frankreich brachte. Eingeführt wurde die Robinie ursprünglich wegen ihrer Schönheit als Zier- und Alleebaum. Erst später wurde sie für andere Nutzungen entdeckt. Die Bezeichnung „pseudoacacia“ deutet schon auf eine Ähnlichkeit der Robinie mit der Akazie hin, die auch zur Familie der ülsenfrüchtler gehört. Weitere Merkmale sind die mehrteiligen Blätter und die traubenförmigen Blüten. Unterschiedlich sind jedoch die Verbreitungsgebiete der Robinie und der Akazie. Während das Verbreitungsgebiet der Akazie in Mittel- und Südamerika, Afrika, Südasien und Australien einen breiten Streifen um den Äquator darstellt, liegen die Verbreitungsgebiete der Robinie etwas nördlicher. Ihr amerikanischer Name ist „Black Locust“ (Schwarze Heuschrecke) denn die vertrockneten Hülsenfrüchte, die nach dem Laubfall noch lange am Baum bleiben, erinnern entfernt an Heuschrecken.

    

In der Vergangenheit wurde die Robinie forstlich eher gering geschätzt, obwohl sie sehr schnell wächst. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts, dem Beginn der Aufforstungen mit Robinie in Europa, waren es vor allem ökologische Kriterien, die für die weite Verbreitung der Baumart sorgten. Aufgrund seines ausgeprägten Wurzelsystems eignet sich der Baum zur Befestigung von losen Sandböden. Die Robinie vermag zudem, durch ihre stickstofffixierende Wirkung, Böden zu verbessern. Erst seit Mitte des 20. Jahrhunderts gewann die Robinie auch als Waldbaum für die Holzproduktion Bedeutung, vornehmlich in Brandenburg, Ungarn, Rumänien, Tschechien und der Slowakei. Insgesamt steht die Robinie mit nahezu 2 Mio. ha weltweit an dritter Stelle unter den Laubbäumen aus Plantagen, nach Eukalypten und Pappeln.

Holzeigenschaften: Die Robinie bildet einen ausgeprägten Farbkern, der sich scharf von dem auffallend schmalen (meist um 1 cm) gelblich weißen Splint absetzt. Robinienholz ist äußerst schwer und hart und weist entsprechend gute Festigkeitswerte auf, die deutlich über denen der Eiche liegen. Es ist schwer spaltbar, zäh und elastisch sowie gut biegbar. Es zeichnet sich durch eine überdurchschnittliche Belastbarkeit quer zur Faser bei dynamischer Beanspruchung aus. Das Kernholz der Robinie besitzt eine hohe natürliche Resistenz gegen holzzerstörende Pilze und Insekten. Die Robinie ist die einzige heimische Holzart, die der Resistenzklasse 1 (nach DIN EN 350-2) angehört. Robinienholz kann demnach ohne Imprägnierung im Außenbereich eingesetzt werden und ist so eine sinnvolle Alternative zum Tropenholz. Robinienholz ist hinsichtlich der Standfestigkeit allen anderen Holzarten überlegen und steht selbst bei schlechter Qualität im Durchschnitt mindestens 20 Jahre im Boden.

    

Verwendung: Soweit es Wuchsqualität und Abmessungen zulassen, ist Robinienholz aufgrund seiner überdurchschnittlich guten Eigenschaften bezüglich Festigkeit, Stehvermögen und natürlicher Dauerhaftigkeit ein sehr vielseitig einsetzbarer Werkstoff. Traditionelle Verwendungen, beispielsweise zum Bau von Zaun- und Weidepfählen, als Grubenholz oder als Brennmaterial, geraten zunehmend in den Hintergrund. In den letzten Jahren wird das Holz verstärkt für qualitativ hochwertige Produkte eingesetzt. Dazu gehören konstruktive Anwendungen im Außenbereich unter hoher biologischer wie mechanischer Belastung. Wir verwenden das Holz beim Bau unserer Spielplatzanlagen, da es nach DIN EN 1176 1-7 ohne chemischen Holzschutz in der Erde verbaut werden darf.

    

Wuchsform: Die in Europa angebauten Robinien erreichen im besten Hiebsalter von etwa 40-50 Jahren eine Stammhöhe von 20-25 m und einen Durchmesser von 30-40 cm. Die Stämme neigen zu Krummschaftigkeit, Unrundheit und Zwieselwuchs. Planmäßige Selektion und forstliche Pflegemaßnahmen können Form und Dimension positiv beeinflussen. Die astfreie Schaftlänge kann in diesem Alter im Bestandsschluss 8-10 m betragen. Das gegenwärtig vermarktete Rundholz liegt jedoch bei 2,5-4 m Länge und Durchmesser von 25-40 cm.