Regenbogen-Projekt 2011
Das Regenbogenprojekt 2011 endete in diesem Jahr am 13. August, 50 Jahre nach dem Bau der Mauer in der Mitte Deutschlands und Berlins. Nicht nur der Tag auch der Ort hatte einen historischen Hintergrund. Der neue Regenbogen steht als bespielbares und weithin sichtbares Zeichen zwischen Herrnburg und Lübeck auf der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Es fällt schwer sich diese Grenze vorzustellen. Auf der einen Seite durfte man nicht in ihre Nähe kommen, ohne sich verdächtig zu machen, auf der anderen Seite wurde sie zu einem touristischen Magnet. Diese wechselvolle Sicht auf die Mauer hat in den älteren Generationen Spuren hinterlassen.
Die teilnehmenden Jugendlichen kamen in diesem Jahr aus Deutschland, Polen, Serbien und Südafrika. Neben der Arbeit am Regenbogen sind sie diesen Spuren nachgegangen: im Grenzmuseum Schlagsdorf, bei einem Abend mit Zeitzeugen und bei Gesprächen und Diskussionen über „Mauern“, die sie selbst erfahren haben. Besonders bei den Teilnehmern aus Serbien wurde deutlich, dass sie mit vielen realen „Mauern“ leben müssen. Nicht alle der eingeladenen Jugendlichen hatten ein Visum erhalten und konnten teilnehmen.
Die Jugendlichen wurden gleich zu Beginn des Projektes in bunt gemischte Familiengruppen aufgeteilt. Wie auch bei einer realen Familie konnte man sich seine Familienmitglieder nicht aussuchen. Jede Familie durchlief einen Aufgabenzyklus von Küchenarbeit, Arbeit auf der Baustelle bis hin zu kreativen und öffentlichkeitswirksamen Arbeiten. In den letztgenannten Gruppen wurde über das Thema Hoffnung auch vor dem Hintergrund selbst erfahrener hoffnungsloser Situationen intensiv nachgedacht. Zum Schluss formte jeder Teilnehmer für sich ein ganz persönliches Hoffnungssymbol auf eine Tonplatte. Diese wurden an einem „Hoffnungstor“ befestigt. Jede für sich ist eine persönliche Botschaft.
Das „Hoffnungstor“ bildet den Eingang zum Regenbogenspielplatz. Die Form des Platzes spiegelt den geografischen Umriss der neuen Nordkirche wieder. Eine faire Vereinigung der evangelischen Landeskirchen an der Ostsee über die alte innerdeutsche Grenze hinweg. Neben der Spielfläche soll ein Hoffnungshain aus Apfelbäumen entstehen. Er stützt sich auf einen Satz Martin Luthers: „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich noch heute einen Apfelbau pflanzen.“. Gespendet werden die 13 Apfelbäume von den 13 Kirchenkreisen, die in der zukünftigen Nordkirche vereint sein werden. Drei von ihnen wurden zur Eröffnung gepflanzt.
Der Regenbogen steht in der Mitte des Spielplatzes und überbrückt symbolisch die alte Grenze. Er ist das alttestamentliche Zeichen der Hoffnung und soll den Kindern spielerisch erklären, dass es immer friedliche Wege gibt aufeinander zu zugehen.
Bisherige Stationen des Regenbogen-Projektes:
1998 Südafrika, Johannesburg (Soweto)
1999 Deutschland, Berlin (Mauerpark)
2001 USA, New York (Albany)
2002 Deutschland, Lübeck
2004 Deutschland, Schwedt/ Oder
2005 Südafrika, Johannesburg
2007 Deutschland, Plön
2008 Paraguay, Asunción
2009 Polen, Kreisau
2010 Serbien, Bujanovac
2011 Deutschland, Herrnburg
Organisiert und geleitet wurde das Regenbogenprojekt 2011 von:
Pastor Rolf Martin, Matthias Hoffmann und Sascha Glowik
vom Kirchenkreis Hamburg Ost
Julika Koch von der Arbeitsstelle Gewalt überwinden der nordelbischen Kirche
Ellen Glissmann vom den Jugendzentrum der AWO Bremerhaven in Bujanovac
Abe Matlou von Youth Alive Ministries in Soweto
Klaus-Peter und Claudia Gust von der Fa. SIK-Holz
Mehr Informationen und Reiseberichte finden Sie auch auf der Website des Regenbogenprojektes
